Die Geschichte der Schlittenhunde geht weit zurück und findet ihren Ursprung bei den Nordlandvölkern. Zuerst dienten sie hauptsächlich als Packtiere und Jagdhelfer, ab etwa 2000 v.Chr. dann als Zugtiere vor dem Schlitten. Für viele Nordlandvölker und Indianer wurde der Hundeschlitten zum wichtigsten Transportmittel, zum Teil ist es das auch noch heute. Doch auch in anderen Bereichen waren die Nordlandhunde nützlich. Zum Beispiel verwerteten sie Essens- und Schlachtabfälle, waren die Spielkameraden für die Kinder und dienten auch als Nahrungsquelle oder Opfergaben.
Eine Familie besaß ca. zehn Schlittenhunde, manche Reiche sogar bis zu hundert.
Die Hunde lebten relativ frei. Aggressive und arbeitsunwillige Hunde brachten keinen Nutzen und mussten eliminiert werden.
Nur die zähesten, arbeitswilligsten und genügsamsten Hunde überlebten.
Einen großen Einfluss nahm damals auch der Goldrausch in Alaska. Jede Hunderasse kam zum Lasten ziehen in Einsatz, was nur die härtesten und widerstandsfähigsten Tiere überlebten. Als die Tiere durch Eisenbahen, Motorschlitten und Kleinflugzeuge entlastet wurden, veranstalteten die Goldgräber schon sehr früh Wettbewerbe mit ihren Hunden um viel Geld.
Diese Nordlandhunde waren die Vorläufer der heutigen Nordischen Hunderassen.
Neben dem Sibirien Husky, Grönlandhund, Samojede und Alaskan Malamute, die zu den "reinrassigen Schlittenhunden" zählen, gibt es noch viele andere Schlittenhunde, die wir ebenfalls vorstellen möchten.
Akita Inu
Beim Akita Inu handelt es sich um einen japanischen Spitz. Er hat eine kräftige und muskulöse Statur. Sein auffäligstes Merkmal ist hingegen die breite Stirn mit der für ihn typischen Stirnfalte. Dazu besitzt er kleine dreieckige, stehende Ohren. Er hat eine dichtes, hartes Fell mit weicher Unterwolle. Die Fellfarbe ist von Rot-Tönen bis zu bräunlichen Färbungen. Seine Rute wird fest eingerollt auf dem Rücken getragen.
Sein Wesen ist eher ruhig, aber dennoch besitzt er einen ausgeprägten Jagdtrieb und Beschützerinstinkt. Akita Inu treten recht dominant auf und brauchen eine konsequente Erziehung.
Von Natur aus her ist er eher misstrauisch, aber seinem Menschen treu ergeben und loyal. Gegenüber Fremden ist er sehr zurückhaltend. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er vielseitig verwendet werden kann: als Schutz- und Wachhund sowie als Blinden-, Rettungs-, Minen- und Schlittenhund, wobei er als solcher auf Rennen in unseren Kreisen nicht zu sehen ist.
1957 wagte ein japanisches Team eine Expedition zum Südpol, welche jedoch wegen unvorhersehbaren Witterungsverhältnissen abgebrochen werden musste. Die Hunde wurden zurückgelassen. Als man nach dreieinhalb Jahren die Expedition dort fortsetzte, wo man die 25 Hunde zurückgelassen hatte, fand man noch 12 Hunde lebend wieder.
Alaskan Husky
Der Alaskan Husky ist der schnellste unter den Schlittenhunden und entstand aus Kreuzungen zwischen Siberian Huskies und Jagd- sowie Windhunden. Sie sind etwas größer, schlanker und hochläufiger als ihre sibirischen Verwandten, aber ebenso zäh.
Ihr kurzes Fell, kann alle Farben aufweisen und besitzt eine dichte Unterwolle.
Es gibt sie mit Steh- oder Schlappohren und es können sowohl blaue, als auch braune Augen auftreten.
Zwar sind diese Huskies sehr pflegeleicht, taugen aber nicht als Anfängerhund.
Bei dieser Rasse kommt auch der typische Sturkopf zum Vorschein und sie neigen, ähnlich wie Grönländer, dazu andere zu dominieren. Gegenüber Menschen treten sie jedoch freundlich auf. Wie alle Huskies haben sie ein freundliches Wesen.
Da sie nervlich nicht so stark belastbar sind, werden sie hauptsächlich in Rennen eingesetzt und dienen nicht als reine Arbeitshunde.
Alaskan Malamute
Ebenfalls aus Alaska stammend, ist diese Rasse die größte Schlittenhunderasse. Sie können bis zu 800 Kg in Bewegung setzen und eignen sich daher gut zum Lasten ziehen.
Zwar erreichen sie nicht die Geschwindigkeiten eines Huskies, aber sie können weit aus schwerere Lasten ziehen. So wurden sie ursprünglich nur für diesen Zweck eingesetzt.
Sie besitzen langes Fell mit dichter Unterwolle. Die Fellfarbe ist in der Regel schwarz-weiß oder wolfsgrau, jedoch kommen hin und wieder andere Farben vor. Die Augenfarbe hingegen beschränkt sich auf braun.
Das Wesen der Alaskan Malamute ist sehr ruhig und menschenfreundlich.
Ihr starker und eigenwilliger Charakter erfordert aber eine Konsequente Erziehung, da er sonst anstrebt die Rudelführung zu übernehmen.
Als Familienhund sollte er nur in die Hände von erfahrenen Haltern gegeben werden.
Grönlandhund (Polarspitz)
Auf Grönland ist dies die einzige erlaubte Hunderasse. Weitere Hunde dort einzuführen ist Verboten. Dadurch entwickelten sie sich zu einer Rasse die optimal, auf die Lebensbedingungen der Insel angepasst sind.
Dadurch sind Grönländer aber auch die rauesten aller Schlittenhunde.
Sie sollten nicht im Haus gehalten werden und benötigen viel Bewegung.
Grönländer neigen zu Dominanz und haben einen starken Charakter. Dies erfordert also einen erfahrenen Halter und eine konsequente Erziehung. Gegenüber ihrem Rudel und Menschen haben sie einen starken Beschützerinstinkt.
Außer Albinoweiß sind alle Fellfarben anerkannt, die Augen sind braun.
Kanadischer Eskimohund
Das Fell ähnelt dem des Alaskan Malamute, mit langem Fell und dichter Unterwolle. Alle Fellfarben sind erlaubt. Seine Rute trägt er auf dem Rücken. Die Augen können jede mögliche Farbe besitzen, ausgenommen Blau.
Der Kanadische Eskimohund ist ein wahres Energiebündel und braucht ständig etwas zu tun. Sein Einsatzgebiet ist hauptsächlich als Arbeitstier.
Sie haben einen starken Rudeltrieb und tragen gern Rudelkämpfe aus. Somit braucht er eine strenge und konsequente Erziehung, damit er seinen Menschen als Rudelführer respektiert.
Lapphund (Lappenspitz)
Lappenhunde sind kleiner als andere Huskies. Ihre Fellfarbe ähnelt ihnen zwar, aber das Fell ist lang und buschig, mit viel Unterwolle. Das macht die Hunde wesentlich pflegaufwendiger.
Die stark geringelte Rute wird auf dem Rücken getragen. Ihre Augen können braun oder blau ausfallen. Selbst Bicolor ist möglich, aber von Züchtern nicht erwünscht.
Ihr Einsatzgebiet finden Lappenspitz im Bewachen und Treiben von Herden. Ebenso eignen sie sich am Schlitten.
Vom Charakter sind sie sehr verschmust und anhänglich. Seinem Halter sind Lappenspitz treu ergeben, man kann sie aber auch im Rudel gut halten.
Sie neigen zwar auch leicht zur Dominanz, sind aber sehr gelehrig und lernen mit Freude.
Samojede
Hierbei handelt es sich um einen typischen nordischen Spitz.
Sein Aussehen definiert sich durch eine Ringelrute, spitze Stehohren und spitzem Fang.
Die Fellfarbe ist immer weiß bis biskuitfarben.
Ihre Augenfarbe darf laut Rassestandard nur braun sein.
Aufgrund seiner geringeren Geschwindigkeit sind Samojede selten auf Rennen anzutreffen.
Er zeichnet sich hingehen durch Ausdauer und Stärke aus.
Siberian Husky
Zweifellos die beliebteste Rasse unter den Hundeschlitten. Diese Beliebtheit verdanken sie zum größten Teil ihrem Aussehen.
Ihr Fell ist schwarz- oder braun-weiß und zum Teil besitzen sie stahlblaue Augen.
Diese freundlichen Hunde zeigen sehr wenig Aggressionspotenzial, aber man darf dennoch nicht außer Acht lassen, dass es sich um Rudeltiere handelt. Sie brauchen einen erfahren Halter, der Rangordnung festlegen kann und das Wesen des Hundes kennt.
Man sollte sich auch bewusst sein, dass sie einen hohen Bewegungs- und Jagddrang besitzen. Viel Auslauf ist also ein Muss.
Tschukotskaja Jesdowaja
Sein Erscheinungsbild ist sehr kräftig und muskulös. Er ähnelt oft einem Kanadischen Eskimohund. Insgesamt ist seine Erscheinung sehr unterschiedlich, er kann sehr verschiedene Schläge haben.
Das Fell ist mittelang mit dichter Unterwolle. Die Farben reichen von creme-weiß, oder Rot-Töne bis zu Wolfsgrau. Die Augenfarbe ist gelb oder braun, sehr selten auch blau
Gegenüber Menschen sind diese Hunde freundlich und loyal. Untereinander jedoch kämpfen sie gern um Ressourcen.
Eingesetzt werden Tschukotskaja Jesdowaja meist zur Jagd, kommen aber auch immer Häufiger im Schlitten-Rennsport vor.
Jesdowaja Laika bedeutet „Transport-Laika“ oder „Schlitten, den ein Laika zieht“.
Westsibirischer Laika
Ursprünglich wurden diese Hunde zum Jagen gezüchtet. Dadurch haben sie selbstverständlich einen stark ausgeprägten Jagdtrieb. Aber sie haben auch ein gutes Rudel- und Sozialverhalten.
Ihr Statur ist schlank und feingliedrig. Dazu besitzen sie ein kurzes Fell und eine stark geringelte Rute, die auf dem Rücken oder seitlich getragen wird.
Zwar haben diese Hunde ein sensibles Wesen, erfordern aber dennoch eine konsequente Erziehung.
Sie sind sehr gesellige Hunde, mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt ihrem Rudel bzw. Menschen gegenüber. Ihr sensibles Wesen führt aber dazu, dass sie schnell leiden, wenn man sie allein lässt. Es ist also ratsam sie im Rudelverband oder im Haus zu halten.